Die Verhinderungspflege

Der Begriff kommt aus der häuslichen Pflege und benennt die Tatsache, wenn eine Betreuungskraft aus einem bestimmten Grund verhindert sein sollte. Sie kann in diesem Fall ihre Pflichten nicht erfüllen, sodass ein Ersatz für die Kranken- und Altenpflege zu Hause notwendig wird.


Bedingungen für eine Pflegekraft bei der Verhinderungspflege

Einen Antrag kann die private Pflegeperson zum ersten Mal stellen, wenn sie die häusliche Pflege bereits mindestens sechs Monate durchgeführt hat.

  1. Die Pflegeversicherung beteiligt sich an den Kosten für die Verhinderungspflege, wenn diese nachgewiesen werden und die Dauer der Ersatzpflege sechs Wochen (42 Tage je nach Kalenderjahr) nicht überschreitet. 
  2. Unabhängig von der Pflegestufe zahlt die Pflegekasse einen maximalen Betrag von 1.612 Euro zur Verhinderungspflege hinzu. Seit 1.1.2015 können maximal 806 Euro, die nicht für die stationäre Kurzzeitpflege beansprucht worden sind, ebenfalls beantragt werden.
  3. Voraussetzung für den Anspruch auf diese Leistungen ist, dass es sich bei der Ersatzpflegekraft um kein nahestehendes Familienmitglied handelt (z.B. Eltern, Kinder, Enkel und Großeltern). Diese darf außerdem nicht mit dem Pflegebedürftigen verschwägert sein (z.B. Schwager, Schwägerin, Schwiegereltern, Stiefeltern) und nicht mit ihm im gleichen Haushalt leben. Soll eine dieser Personen die Betreuung übernehmen, zahlt die Pflegeversicherung lediglich das übliche Pflegegeld, das entsprechend der Pflegestufe ermittelt wird.
  4. Die Pflegekraft für die Verhinderungspflege kann über ambulante Pflegedienste oder eine Vermittlungsagentur organisiert werden.

Warum sollten pflegende Angehörige die Kurzzeitpflege in Anspruch nehmen?

Die Pflege eines kranken oder alten Menschen ist normalerweise sehr arbeitsintensiv und eine physische sowie psychische Belastung. Daher ist es meist nicht möglich, das Haus für einen längeren Zeitraum zu verlassen und sich um eigene Angelegenheiten zu kümmern. Auch das Privatleben leidet oftmals unter dieser Belastung. Aus diesen Gründen ist es wichtig, dass sich die Pflegeperson eine längere Auszeit gönnen kann. Dies ist durch die Verhinderungspflege auf ideale Weise möglich, weil der Pflegende sich während dieser Zeit in guten Händen befindet und der Angehörige sich beruhigt entspannen kann.

Wie funktioniert die Vermittlung einer Ersatzpflege?

In vielen Fällen erfolgt die Verhinderungspflege durch eine polnische Pflegekraft, weil diese aufgrund niedrigerer Löhne kostengünstiger ist. Vermittlungsagenturen wie die Deutsche Seniorenbetreuung vermitteln auch deswegen meistens Personal aus Polen, Ungarn, Tschechien, Slowenien und weiteren Ländern Osteuropas, weil diese auch sehr gut eine 24-Stunden-Verhinderungspflege zu Hause übernehmen können. Dafür spielen zum einen die niedrigeren Kosten und zum anderen die Erfahrung, Freundlichkeit und das Einfühlungsvermögen der Osteuropäerinnen eine Rolle. Dadurch entsteht selbst in der kurzen Zeit von sechs Wochen eine vertrauensvolle Beziehung.

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