Pflegegeld und Pflegesachdienstleistungen

(Hinweis: Diese Zahlen sind nicht mehr aktuell. Mehr hier unter Pflegegrade)

Wer zuhause gepflegt wird, kann Pflegegeld, Pflegesachleistungen oder eine Kombination aus beiden bei der Pflegeversicherung beantragen. Das Pflegegeld erhält der Pflegebedürftige, wenn er von einer privaten Betreuungskraft unterstützt wird, Sachleistungen bei der Inanspruchnahme eines ambulanten Pflegedienstes. Die Höhe der finanziellen Unterstützung hängt dabei von der Pflegestufe ab.

Pflegegeld für selbst beschaffte Pflegehilfen nach §37 SGB XI

Die Auszahlung von Pflegegeld kommt besonders dann in Frage, wenn Pflegeleistungen

  • durch Familienangehörige, ehrenamtliche Helfer oder 24-Stunden-Betreuungskräfte
  • im Zuhause des Pflegebedürftigen oder der Pflegehilfe

erbracht werden. Es handelt sich dabei um einen festgelegten Geldbetrag, der monatlich ausbezahlt wird und dessen Höhe sich nach der Pflegestufe richtet. Dieser Betrag wird direkt an den Pflegebedürftigen ausgezahlt, der ihn zum Beispiel nutzen kann, um seiner Pflegehilfe für ihre Unterstützung zu danken. Das Geld gilt somit nicht als Einkommen und ist steuerfrei. Die gesetzliche Grundlage ist §37 SGB XI.

Pflegegeld beantragen

Die Leistungen der Kasse müssen beantragt werden. Dazu ist eine bestimmte Vorversicherungszeit nötig. Das bedeutet, dass der Antragsteller in den vorangegangenen 10 Jahren mindestens 2 Jahre in der Pflegeversicherung versichert war. Zur Feststellung der Pflegebedürftigkeit und Pflegestufe erstellt der Medizinische Dienst der Krankenversicherung ein Gutachten, das den zeitlichen Aufwand für die Pflege dokumentiert. Beginnt die Pflegebedürftigkeit im laufenden Monat, wird das Pflegegeld für diesen Monat anteilig bezahlt. Wird der Antrag mehr als einen Monat später gestellt, erfolgt die Leistungserbringung erst im Monat der Antragstellung.

 

Verpflichtende monatliche Beratung

Gegenüber der Pflegekasse muss je nach Pflegestufe vierteljährlich oder halbjährlich nachgewiesen werden, dass die häusliche Pflege qualitativ den gesetzlichen Anforderungen entspricht. Dies geschieht weniger in Form einer Kontrolle, sondern viel mehr als Beratung, die durch einen professionellen Pflegedienst oder eine zugelassene Pflegekraft erfolgt. Gerade für pflegende Familienangehörige kann diese Beratung sehr hilfreich sein. Die Kosten hierfür werden zum Teil von den Kassen übernommen.

 

Pflegesachleistungen beziehen

Statt Pflegegeld können auch -sachleistungen bezogen werden und zwar dann, wenn Betreuung und Pflege von einem ambulanten Pflegedienst übernommen werden. Der kann seine Sachleistungen direkt mit der Pflegeversicherung abrechnen. Die von der Pflegekasse erbrachten Sachleistungen decken jedoch nur selten die tatsächlich anfallenden Kosten, die bei der Beauftragung eines deutschen Pflegedienstes entstehen. Die Mehrkosten trägt der Pflegebedürftige selbst.

 

Die monatliche Höhe der Leistungen in Abhängigkeit zu den Pflegestufen

Sollte der tatsächliche Pflegeaufwand die in der Stufe III vorgesehenen fünf Stunden pro Tag übersteigen, kann die Pflegekasse in Härtefällen zusätzliche Leistungen bewilligen. Ein Härtefall liegt vor, wenn die Grundpflege des pflegebedürftigen Menschen auch nachts nur von mehreren Personen gleichzeitig geleistet werden kann oder wenn die tägliche Hilfe für gewöhnliche Verrichtungen wie Körperpflege, Ernährung und Mobilität mindestens sieben Stunden beträgt. Zudem muss eine ständige Hilfe für die Verrichtung der häuslichen Aufgaben notwendig sein. Dieser Fall kann zum Beispiel bei Krebspatienten im Endstadium oder bei Wachkoma-Patienten gegeben sein.

Pflegestufe Pflegegeld in € Pflegesachleistung in € Pflegehilfsmittel in €
0 123 231 40
1 244 468 40
1 mit Demenz 316 689 40
2 458 1.144 40
2 mit Demenz 545 1.298 40
3 728 1.612 40
3 mit Demenz 728 1.612 40

 

 

Als Pflegehilfsmittel versteht der Gesetzgeber Verbrauchsmaterial für die Pflege, das nur einmal verwendet werden sollte, zum Beispiel:

  • Einweghandschuhe
  • Desinfektionsmittel
  • Mundschutz
  • Schutzbekleidung
  • Bettschutzeinlagen

Technische Hilfsmittel wie Spezialbetten werden von der Krankenkasse gerne leihweise zur Verfügung gestellt. Zudem können auf Antrag noch 104 € zusätzliche Betreuungsleistungen erstattet werden. Für Menschen mit Demenz sind es 208 €.

 

Kombinationsleistungen in Anspruch nehmen

Auch eine Kombination aus Pflegegeld und -sachleistungen ist möglich. Wer mit Pflegestufe 3 beispielsweise 806 €, also die Hälfte der möglichen Sachleistungen in Anspruch nehmen möchte, erhält noch 50 % des Pflegegeldes, also 364 € im Monat. Entscheidet man sich für die Kombinationsleistung, ist man daran grundsätzlich mindestens für 6 Monate gebunden. Wenn das Ausmaß der benötigten Pflegesachleistungen nicht im Voraus zu bestimmen ist, kann beantragt werden, dass das anteilige Pflegegeld monatlich im Nachhinein ermittelt und gezahlt wird.

 

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